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Strategie für ein digitaleres Leben

Freie Parkplätze per App, Mobilitätsnetzwerke auf dem Land, E-Commerce für die Region – viele Ideen können das Leben der Bürger smarter machen. Es herrscht Aufbruchstimmung. Am Ende könnte daraus sogar eine neue Marke werden für den Kreis.

Mit der Geschwindigkeit, in der sich der Kreis Richtung Smart Region bewegt, ist Daniel Höing derzeit höchst zufrieden. Er ist im Amt für Planung und Naturschutz für die Kreisentwicklung zuständig und spätestens seit einem Starterworkshop gemeinsam mit der Intiative „Stadt.Land. Digital“ des Bundeswirtschaftsministeriums Ende 2022 auch ganz tief drin im Thema digitale Transformation der Region. „Es gibt eine digitale Aufbruchstimmung, alle wollen endlich nach vorn“, so bewertet Höing das Arbeitsklima im Arbeitskreis Smart Region, in dem Vertreter der Städte und Gemeinden im Kreis und der Kreisverwaltung seit vergangenem November zusammensitzen.

Smart Region, das bedeutet nur am Rande, dass die Verwaltungen selbst mehr und mehr digital arbeiten. Das ist eher die Basis dafür, systematisch und im Fall der smarten Region auch gemeinsam digitale Chancen zu nutzen. „Wir wollen smarte Lösungen schaffen, um das Leben einfacher zu machen, für die Bürger, aber auch für die Wirtschaft“, fasst Dezernatsleiter Dr. Herbert Bleicher die Stoßrichtung zusammen. Die grundlegende Infrastruktur sei durch den Glasfaserausbau gut: „Wir sind für den Transfer vieler Daten gerüstet, da können wir drauf aufsetzen.“

Dr. Herbert Bleicher

Die Smart-Region Strategie soll verhindern, dass durch ein ineffektives Nebeneinander digitaler Lösungsansätze Reibungsverluste entstehen. Und sie soll helfen, weitere Ideen sprudeln zu lassen, wenn ein roter Faden, ein Gerüst für die Entwicklung gefunden ist, erläutert Höing. Dabei sitzen keine IT-Nerds zusammen: Vom Kämmerer bis zur Vorzimmerdame des Bürgermeisters hätten die Kommunen ganz verschiedene Menschen entsandt, die sich für das Thema interessieren. „Das zwingt uns zu ganzheitlichem Denken.“

Von Mobilität bis zum Ehrenamt

Themenbereiche gibt es genug. Beispiel Mobilität. Ein Netz von Mobilstationen könnte durch Sensoren gesteuert und per App abrufbar,  den Umstieg von einem auf das andere Transportmittel erleichtern. So wäre etwa auch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage beim Thema Parkplätze zu steuern. Oder das Thema soziales Engagement: Auch das Ehrenamt klagt über zu viel Verwaltungsarbeit. Hier könnten einfache Online-Module entwickelt werden, damit sich die Aktiven wieder auf das Wesentliche konzentrieren können, so Höing. Auch im Bereich der Wirtschaft gibt es Ideen, etwa für das Problem sterbender Innenstädte: Lokaler E-Commerce könnte Händler, Dienstleister und Erzeuger aus der Region zusammenbringen. Automaten, deren Beschickung digital überwacht ist, könnte Einkaufsmöglichkeiten vor Ort sicherstellen, nennt Bleicher Beispiele.

Chance für eine neue Marke

Entscheidend bei der Entwicklung einer Smart Region ist dabei, die Entwicklung ganzheitlich zu betreiben, also sowohl Themen zu verzahnen als auch alle Kommunen mitzunehmen. „Die Digitalisierung ist ja kein Selbstzweck“, so Höing. Gelingt das, könnte die Smart Region auch zur Marke für den Kreis werden, ist Bleicher überzeugt.

Nach zwei Gesprächsrunden sei der Arbeitskreis bereits so weit, dass das konkrete Ausarbeiten der Strategie durch Fachleute kurz bevorstehe, erläutert Höing den weiteren Fahrplan. Bis zum Sommer soll der entsprechende Auftrag vergeben, im ersten Halbjahr 2025 das Strategiegerüst fertig sein.

Die smarte Region soll das Leben für die Bürger und Wirtschaft einfacher machen, sagen Dr. Herbert Bleicher (l.) und Daniel Höing von der Kreisverwaltung. Gerade auch beim Thema Mobilität sind übergreifende digitale Lösungen gefragt. Foto: Ulrike von Brevern